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Resilienz als Führungskompetenz: Warum gesunde Führung bei dir selbst beginnt

10. Juni
3 Min. Lesezeit

Ein Raum voller Menschen, die gerade sehr viel tragen

Kürzlich habe ich einen Workshop zu Resilienz im Führungskontext begleitet. Im Raum saßen HR-Führungskräfte, Menschen, die täglich Orientierung geben, Strukturen stabilisieren und andere durch Veränderung begleiten. Und die dabei selbst mit enormem Druck konfrontiert sind.


AI-Transformation, globale Krisen, ein Jobmarkt im Wandel, gesellschaftliche Spannungen, die sich längst in der Arbeitswelt zeigen. Gesunde Führung ist unter diesen Bedingungen keine Selbstverständlichkeit. Sie ist eine Haltung, die aktiv entwickelt werden muss.


Was beim Workshop klar wurd: Wie wenig Raum Führungskräfte oft für sich selbst haben. Und wie viel sich verändert, wenn sie ihn bekommen.


Psychologin Johanna Oppermann beim Workshop für Gesunde Führung


Gesunde Führung beginnt bei einem selbst

Ein häufiges Missverständnis über gesunde Führung ist, dass sie primär eine Frage des Führungsstils gegenüber anderen ist. Dabei beginnt sie immer zuerst bei einem selbst.


Führungskräfte setzen den emotionalen und kulturellen Maßstab für ihre Teams. Wie sie mit Druck umgehen, wie sie auf Unsicherheit reagieren, wie sie Fehler behandeln: All das wird beobachtet, internalisiert und gespiegelt. Gesunde Führung bedeutet deshalb, selbst geerdet, handlungsfähig und lösungsorientiert zu bleiben, auch dann, wenn es schwierig wird.


Das ist keine Frage der Stärke. Es ist eine Frage der Resilienz.



Was Resilienz wirklich bedeutet – jenseits von Durchhalten


Gesunde Führung braucht ein realistisches Resilienzverständnis

Resilienz wird häufig missverstanden. Sie ist nicht die Fähigkeit, nie zu fallen. Und sie ist keine Form von Selbstoptimierung, die Erschöpfung unsichtbar macht. Resilienz ist die Fähigkeit, auch in Zeiten von Unsicherheit, hoher Verantwortung und stetigem Wandel handlungsfähig und lösungsorientiert zu bleiben.


Für Führungskräfte bedeutet das konkret:

  • Belastungen wahrnehmen und benennen, anstatt sie zu ignorieren

  • Eigene Ressourcen kennen und gezielt aktivieren

  • Auch unter Druck einen klaren Kopf behalten und Prioritäten setzen

  • Unsicherheit aushalten, ohne die Orientierung zu verlieren

  • Sich von Rückschlägen erholen, ohne daran zu zerbrechen


Gesunde Führung setzt genau hier an: nicht bei der Leistung, sondern bei der Grundlage, die Leistung überhaupt erst möglich macht.



Ressourcen aktivieren: Was Führungskräfte wirklich stärkt


Die eigenen Kraftquellen kennen als Teil für gesunde Führung

Ein wesentlicher Bestandteil von gesunder Führung ist das Wissen um die eigenen Ressourcen. Nicht abstrakt, sondern konkret: Was gibt mir Energie? Was hilft mir, nach einem schwierigen Tag wieder handlungsfähig zu sein? Welche organisationalen Strukturen unterstützen mich, und welche zehren mich aus?


In der Arbeit mit Führungskräften erlebe ich immer wieder, dass genau diese Fragen selten gestellt werden. Der Alltag lässt kaum Raum für Reflexion. Dabei ist das Aktivieren persönlicher und organisationaler Kraftquellen keine Luxus-Übung, sondern eine zentrale Führungsaufgabe.


Wer die eigenen Ressourcen kennt, kann sie nicht nur selbst nutzen, sondern auch im Team sichtbar machen. Gesunde Führung ist ansteckend, in die beste Richtung.



Lösungsorientierung als Haltung – auch wenn es schwierig wird

Gesunde Führung bedeutet nicht, Probleme kleinzureden. Es bedeutet, auch in herausfordernden Situationen handlungsfähig zu bleiben und Chancen zu sehen, wo andere nur Hindernisse wahrnehmen.


Diese Lösungsorientierung ist keine angeborene Eigenschaft. Sie ist ein Mindset, das trainiert werden kann. Und es beginnt mit einer einfachen, aber wirkungsvollen Verschiebung: von „Was läuft falsch?" zu „Was ist möglich?"


Gesunde Führung in Zeiten von Wandel und Unsicherheit

Gerade in Phasen von Veränderung, Umstrukturierung oder Krise ist diese Haltung entscheidend. Teams orientieren sich an ihrer Führungskraft. Wenn diese selbst in Starre verfällt, überträgt sich das. Wenn sie dagegen Zuversicht und Handlungsfähigkeit ausstrahlt, auch das überträgt sich.

Resilienz im Führungskontext ist deshalb nie nur eine persönliche Kompetenz. Sie ist eine kollektive Ressource.


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Was passiert, wenn Führungskräfte sich selbst den Raum geben

Was mich nach solchen Tagen immer wieder bewegt: Wie viel Wissen und Erfahrung in einer Gruppe von Führungskräften steckt. Wie viel voneinander zu lernen ist, wenn man sich den Raum nimmt. Und wie sehr sich etwas verändert, wenn Menschen, die sonst für andere da sind, selbst innehalten dürfen.


Am Ende des Workshops sagte jemand: „Ich wusste, dass ich das brauche. Ich hätte es mir nur nie erlaubt."


Genau das ist der Kern gesunder Führung. Sich zu erlauben, was man braucht, um wirklich wirksam zu sein.

 
 
 

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